zum Hauptinhalt springen

Alter Treffpunkt – neuer Anstrich

Die Hessische Landesregierung wird ihr digitales Schulungsangebot „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ fortführen und auf zusätzliche Orte in Hessen erweitern.

Organisationen wie zum Beispiel Kommunen, Vereine, Kirchen oder Mehrgenerationenhäuser können sich von nun an bis zum 10. März 2024 für das Programm bewerben und digitaler Stützpunkt werden. Mehr als 130.000 Euro stehen in diesem Jahr im Haushalt für das Projekt bereit. Neben den Schulungen fördert die Landesregierung die Technik vor Ort in Form von Tablets, Smartphones oder beispielsweise Smartwatches. „Digitaler Wandel darf niemanden zurücklassen, sondern muss gemeinsam mit den Menschen gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, gerade die Älteren in unserer Gesellschaft mitzunehmen. Unser Projekt ‚Digital im Alter – Di@-Lotsen‘ leistet hierfür einen ganz wichtigen Beitrag. Mehr als 400 Di@-Lotsen engagieren sich hessenweit in aktuell 50 Stützpunkten. Das Projekt ist ein voller Erfolg und wir freuen uns auf weitere Bewerbungen“, sagten Familienministerin Diana Stolz, Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus und der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatssekretär Benedikt Kuhn, zum Start der sechsten Bewerbungsphase.

Nach einer erfolgreichen Bewerbung werden in den Stützpunkten ehrenamtliche Lotsinnen und Lotsen gesucht. Meist sind das ältere Menschen, die Gleichaltrige fit für die digitale Welt machen. Sie entwickeln ein Schulungsangebot und machen dies vor Ort bekannt. In den Stützpunkten wird auch die Nachfrage vor Ort koordiniert, außerdem stellen sie die Hardware bereit.

Hintergrund

Die Federführung für „Digital im Alter – Di@-Lotsen“ liegt bei der Hessischen Staatskanzlei. Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege (HMFG) finanziert und unterstützt die Schulungen der Lotsinnen und Lotsen, das Digitalministerium stellt die Technikförderung für die Stützpunkte bereit. Die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ unterstützt, begleitet und berät die Di@-Lotsen-Stützpunkte. Das Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V. führt die Schulungen durch und bietet darüber hinaus kompetente Medienunterstützung mit Sprechstunden für alle Di@-Lotsinnen und Di@-Lotsen an.

Jeder Euro zählt: Damit in Hessen niemand auf der Straße erfriert

Diakonie Hessen und Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ starten erneut Aktion #wärmespenden zugunsten obdachloser Menschen

Mehr als 3.000 Menschen leben in Hessen dauerhaft auf der Straße – Tendenz steigend. Gerade im Winter bedeutet dies Lebensgefahr. Die erfolgreiche Aktion #wärmespenden wird daher auch 2023 fortgeführt. Bereits zum sechsten Mal rufen Diakonie Hessen und Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ zu Spenden für wohnungslose Menschen auf und danken denen, die sich engagieren. Der Erlös wird für Soforthilfen wie Schlafsäcke und Isomatten verwendet. Partner der Aktion sind wieder Ströer, Mainova und HIT RADIO FFH sowie prominente Unterstützer*innen.

„Menschen, die kein Zuhause haben, das ihnen dauerhaft Schutz, Wärme und Sicherheit gibt, brauchen gerade im Winter unsere besondere Unterstützung“, sagt Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen. „Mit #wärmespenden können wir die akute Not mit wetterfesten Schlafsäcken und anderen Kälte-Nothilfen lindern.“ Die Ausgabe der Soforthilfen fördert auch die Kontaktaufnahme und den Zugang zum professionellen Hilfesystem. Carsten Tag: „Dies ist ein wichtiger erster Schritt. Gleichzeitig müssen wir alles daransetzen, dass es ausreichend bezahlbaren Wohnraum für alle Menschen gibt. Denn die Straße ist kein Zuhause.“

„Nicht nur Kälte oder Hunger zählen für viele Obdachlose zu den härtesten Erfahrungen auf der Straße, sondern das Gefühl, nicht dazuzugehören. Passanten gehen achtlos an ihnen vorbei, oft werden sie sogar beschimpft oder verprügelt“, sagt Prof. Heinz Zielinski, Vorstand der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“. „Mit #wärmespenden wollen wir nicht zuletzt auch auf die Situation von obdachlosen Menschen aufmerksam machen.“

Marco Maier, Geschäftsführer der FFH MEDIENGRUPPE: „Die stetig wachsenden Zahlen verdeutlichen, dass Obdachlosigkeit ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, das vor allem in den Wintermonaten für die Betroffenen lebensbedrohlich werden kann. HIT RADIO FFH ist ein Informationsmedium mit großer Reichweite. Deswegen sehen wir es als unsere gesellschaftliche Verantwortung, auf die bedrohliche Situation von wohnungslosen Menschen in Hessen aufmerksam zu machen. Unser Ziel ist es, für ein gemeinsames soziales Engagement zu motivieren, denn: Jeder von uns kann etwas bewegen!“

Prominente Unterstützung: Rudi Völler und Nia Künzer im Einsatz

Auf Großflächenplakaten der Firma Ströer machen Fußballlegende Rudi Völler und Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer sowie FFH-Moderatorin Julia Nestle und Mentalmagier Nicolai Friedrich auf die Spendenaktion aufmerksam. Auch viele weitere prominente Botschafter*innen wie Nele Neuhaus unterstützen #wärmespenden.

Spenden-Challenge auf Instagram und Facebook: Mütze auf – Foto posten!

Mainova ruft in diesem Jahr zu einer besonderen Mitmach-Aktion auf Social Media auf: Für jedes Foto mit einer Winter-Mütze, das vom 4.12. bis 25.12. unter Verwendung des Hashtags #wärmespenden auf dem eigenen Social-Media-Feed auf Instagram und Facebook oder auf der Facebookseite der Mainova www.facebook.com/MainovaAG gepostet wird, spendet Mainova 1 Euro für die Aktion #wärmespenden.

Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG, sagt: „Als Hessens führender Energiedienstleister setzen wir uns für Menschen in unserer Heimat ein. Landesweite Aktionen wie #wärmespenden zum Wohl bedürftiger Menschen sind besonders sinnvoll und leisten direkte Hilfe. Deshalb unterstützen wir sie gerne. Darüber hinaus kümmern wir uns auch um die Menschen vor Ort in Frankfurt am Main, die ebenfalls auf Unterstützung angewiesen sind. Wir wollen damit einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.“

#wärmespenden bedeutet Hilfe für Menschen in akuter Not

#wärmespenden ist eine gemeinsame Aktion der Diakonie Hessen und der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“. Mit den Spenden werden winterfeste Schlafsäcke und andere Soforthilfen wie Isomatten, warme Unterwäsche oder Zelte für Menschen finanziert, die auf der Straße leben. Die Verteilung erfolgt ausschließlich über Mitarbeitende der Wohnungsnotfallhilfe. Durch den persönlichen Kontakt fördert #wärmespenden auch den Vertrauensaufbau und Zugang zum Hilfesystem und leistet damit perspektivisch einen Beitrag zur Überwindung von Wohnungslosigkeit.

Weitere Informationen unter: www.wärmespenden.de

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Michael Schäfer (Vertriebsleiter der Ströer Media AG), Marco Maier (Geschäftsführer der FFH MEDIENGRUPPE), Nia Künzer (Kuratoriumsmitglied der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“), Rudi Völler (Kuratoriumsmitglied der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“), Dr. Constantin Alsheimer (Vorstandsvorsitzender der Mainova AG) sowie Carsten Tag (Vorstandsvorsitzender Diakonie Hessen).

Bildnachweis: Landesstiftung „Miteinander in Hessen“

HINTERGRUND

Derzeit über 22.000 wohnungslose Menschen in Hessen

In Hessen wurden 2023 laut Wohnungslosenstatistik 22.643 Menschen in (kommunalen) Unterbringungen gezählt. Die Zahl derer, die ganz oder teilweise auf der Straße leben, wird auf etwa 3.000 geschätzt. Der Frauenanteil liegt in den Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe bei 27 Prozent, Menschen über 60 Jahren sind bereits mit etwa 10 Prozent vertreten. Die Herausforderungen sind vielfältig und nur mit gut ausgebildeten Mitarbeiter*innen zu bewältigen. Über die Tagesaufenthaltsstätte des Diakonischen Werkes Marburg-Biedenkopf beispielsweise haben 180 Menschen ohne festen Wohnsitz eine Postfachadresse, um überhaupt postalisch erreichbar zu sein. Meist ist es Armut, verbunden mit schwierigen persönlichen Lebensumständen, die Menschen auf die Straße treibt. Neben der materiellen, gesundheitlichen und psychischen Not leiden sie auch unter sozialer Ausgrenzung und Isolation.

Landesregierung und Landesstiftung Miteinander in Hessen fördern sechs kreative Initiativen

Wiesbaden. Der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, hat heute die dritte Runde des Starthilfeprogramms „Alter Treffpunkt – Neuer Anstrich!“ eingeläutet. Dabei unterstützt die Hessische Landesregierung mit der Stiftung Miteinander in Hessen (MiH) Initiativen, die sich vor Ort vorgenommen haben, ihrem Treffpunkt wieder mehr Glanz zu verleihen. „Es ist wieder einmal sehr beeindruckend, welche Ideen die Aktiven vor Ort haben, um ihren Treffpunkt attraktiver zu machen oder gar neue Treffpunkte entstehen zu lassen. Ob Dorfgemeinschaftshäuser, Dorfgaststätten oder die Neunutzung eines Pfarrhauses – wenn eine Idee gemeinsam in Angriff genommen wird, ist vieles möglich!“, sagte der Chef der Staatskanzlei. „Das Land unterstützt sie mit professionellen Coachings, die diese über neun Monate hinweg begleiten und helfen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen“, erklärte Wintermeyer. Aufgrund der positiven Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den ersten beiden Runden setzen die Landesregierung und die Landesstiftung das Modellvorhaben auch in diesem Jahr fort. „Wir möchten Mut machen, vernetzen und Wissen schaffen und die Initiativen gerade am Anfang unterstützen: In der Phase also, in der eine Idee geboren, kritisch hinterfragt, eventuell angepasst und in ein Konzept gegossen wird“, so der Staatsminister. Mithilfe des professionellen Coachings soll ein nachhaltiger Plan entstehen, der anschließend eigenständig vor Ort umgesetzt werden kann.

Für die dritte Runde des Starthilfeprogramms sind wieder zahlreiche Bewerbungen eingegangen, sechs Initiativen wurden in einem unabhängigen Juryverfahren ausgewählt. „Soziale Orte der Begegnung sind in diesen unsicheren Zeiten wichtige Ankerpunkte des Austauschs und der Begegnung – sie fördern den Zusammenhalt und stärken das Gemeinschaftsgefühl. Ich wünsche allen Initiativen viel Erfolg für ihr Projekt“, sagte der Chef der Staatskanzlei. Und diese Initiativen sind in der dritten Runde dabei:

  1. Stadt Alsfeld (Vogelsbergkreis): Nach Entwidmung der Dreifaltigkeitskirche zielt die Projektgruppe „Klosterquartier Alsfeld“ auf die Umnutzung der Kirche sowie des umliegenden Klosterareals in einen identitätsstiftenden, gemeinschaftlich genutzten Ort der Kultur.
  2. Gemeinde Habichtswald, OT Dörnberg (Landkreis Kassel): Die Kirchengemeinde Dörnberg möchte das ehemalige Pfarrhaus zu einem neuen Lebensmittelpunkt der Dorfgemeinschaft etablieren.
  3. Marktflecken Villmar (Landkreis Limburg-Weilburg): Die Gemeinde Villmar plant, das historische Pfarrhaus sowie den Pfarrgarten der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und zu einem zentralen Ort der Begegnung zu entwickeln.
  4. Gemeinde Mossautal, OT Güttersbach (Odenwaldkreis): Die Gemeinde Mossautal strebt die Schaffung eines lebendigen Ortes für alle Bürgerinnen und Bürger im Dorfgemeinschaftshaus des Mossautaler Ortsteils Güttersbach an.
  5. Gemeinde Mühltal, OT Nieder-Beerbach (Landkreis Darmstadt-Dieburg): Visionen zu entwickeln, wie das Dorfgemeinschaftshaus Nieder-Beerbach und das angrenzende Feuerwehrgerätehaus zu einer baulich-räumlichen Einheit in der Ortsmitte und als attraktiver Ort der Dorfgemeinschaft entwickelt werden können, ist Ziel der Gemeinde Mühltal.
  6. Stadt Staufenberg, OT Treis (Landkreis Gießen): Der Treiser Dorfleben e. V. möchte die ehemalige Gaststätte „Zum Bahnhof“ als Begegnungsstätte im Ort etablieren und erweiternde Angebote schaffen, die für Attraktivität sorgen und zu einem Besuch einladen.

Das Modellvorhaben „Alter Treffpunkt – Neuer Anstrich. Starthilfe für kreative Köpfe“ ist ein Kooperationsprojekt der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ (MiH) und der Hessischen Staatskanzlei. Die Hessische Staatskanzlei stellt die finanziellen Mittel für das Coaching bereit. Die MiH unterstützt die Hessische Staatskanzlei bei der Öffentlichkeitsarbeit sowie als Anlaufstelle und Begleitung. Informationen zu den Initiativen, die in der ersten Runde vom Land Hessen und der MIH gefördert und in der Folge bei der Umsetzung ihrer Ideen professionell begleitet wurden, finden Sie unter:

staatskanzlei.hessen.de/unsere-themen/laendliche-raeume/treffpunkte2022


Spendenergebnis 142.000 Euro: Diakonie Hessen und Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ ziehen positive Bilanz für #wärmespenden-Kampagne 2022/2023

Zufrieden blicken Pfarrer Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, und Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vorstand der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“, auf die 5. Saison der Kampagne #wärmespenden zurück. Unter dem Motto „Wärme spenden – Leben retten – Miteinander helfen!“ konnten in dieser Saison insgesamt 142.000 Euro erzielt werden. Jeder einzelne Betrag bis 500 Euro wurde durch einen Matching Fund verdoppelt. „Seit 2018 läuft unsere gemeinsame Aktion nun schon. Dank der großartigen Unterstützung durch Spender*innen und Partner konnten wir seit dem insgesamt z.B. 3.700 wetterfeste Schlafsäcke, rund 1.050 Isomatten und 108 Zelte aber auch eine Vielzahl an Rucksäcken und warmen Kleidungsstücken über unsere Einrichtungen ausgegeben. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis“, so Carsten Tag in seinem Grußwort bei der Abschlussveranstaltung in der Tagesaufenthaltsstätte des Diakonischen Werkes Marburg-Biedenkopf.

Zahlreiche Botschafter*innen beteiligten sich

Aktionen mit prominenten Botschafter*innen in Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe begleiteten die Kampagne, ob beim Auftakt in der Teestube in Wiesbaden mit Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer und HIT RADIO FFH-Moderatorin Julia Nestle oder einer Lesung mit Bestseller-Autorin Nele Neuhaus im Tagestreff 17 Ost, Zentrum für Frauen in Frankfurt. Ihnen besonders dankte Heinz Zielinski: “Es war unser Ziel, eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit und eine Förderung bürgerschaftlichen Engagements zu erreichen. Dies ist uns gelungen. Ohne die Unterstützung durch unsere Botschafterinnen und Botschafter wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen. Im Namen von uns allen gilt Ihnen unser ausdrücklicher Dank.“

#wärmespenden-Botschafter und Mentalmagier Nicolai Friedrich gab bei der Abschlussveranstaltung eine beeindruckende Vorführung vor Klient*innen, Mitarbeitenden und Projektpartnern. Neben Nele Neuhaus, Julia Nestle und Nia Künzer waren auch Eintracht Frankfurt Kapitän Sebastian Rode, Schauspieler Tim Bergmann, Komiker Bodo Bach und der Kabarettist Urban Priol für die Aktion im Einsatz gewesen.

Ausdrücklicher Dank auch an die Projektpartner

Carsten Tag richtete seinen Dank auch an die Projektpartner: „Ohne sie wäre die Kampagne nicht so positiv verlaufen. Wir bedanken uns daher bei HIT RADIO FFH für die mediale Unterstützung und den engagierten Einsatz von Moderatorin Julia Nestle ebenso wie bei der Crespo Foundation für die finanzielle Ausstattung des Matching Funds und die Übernahme von Projektkosten. Auch bei der Firma Ströer, die uns Plakatflächen zur Verfügung gestellt hat, sowie bei der Mainova AG, für die Unterstützung bei den technischen Kosten der Plakataktion.“

Marie Ebert, FFH-Leiterin Marketing & Events, nahm den Dank auf und sagte: „Minusgrade, Inflation und steigende Kosten – Wir blicken erneut auf einen für viele existentiell harten Winter zurück. Wir sind dankbar, dass wir als Medium mit solch großer Reichweite und unserer Moderatorin und wärmespenden-Botschafterin Julia Nestle auch in diesem Jahr wieder einen Beitrag gegen die Kältenot in Hessen leisten konnten.“ Prof. Christiane Riedel, Vorstand der Crespo Foundation, ergänzte: „Soziale Teilhabe ist der Crespo Foundation ein Herzensanliegen. Ohne Wohnung zu sein, ist die schlimmste Form von Armut und sozialem Ausschluss und bringt eine hohe Gefährdung für diese Menschen mit sich. Die Aktion Wärmespenden schafft mit robusten Schlafsäcken und anderen Nothilfen eine erste Unterstützung und durch die persönliche Kontaktaufnahme auch die Möglichkeit, Zugang zu Beratung und anderen Hilfsangeboten zu schaffen. Deshalb haben wir Wärmespenden gerne auch diesen Winter wieder unterstützt.“

#wärmespenden ist seit fünf Jahren ein großer Erfolg

#wärmespenden ist eine gemeinsame Aktion der Diakonie Hessen und der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“. Mit den Spenden werden winterfeste Schlafsäcke und andere Soforthilfen wie Isomatten, warme Unterwäsche oder Zelte für Menschen finanziert, die auf der Straße leben. Mit dieser unmittelbaren Nothilfe fördert #wärmespenden auch den Zugang zum Hilfesystem und leistet damit perspektivisch einen Beitrag zur Überwindung von Wohnungslosigkeit.

Weitere Informationen finden Sie unter www.wärmespenden.de

Ansprechpartnerin:

Katharina Alborea

Referentin Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe

Telefon: 069 7947-6282

Mobil: 0151 18518750

katharina.alborea@diakonie-hessen.de

www.diakonie-hessen.de


HINTERGRUND

Landesstiftung „Miteinander in Hessen“

Miteinander in Hessen“ ist eine Stiftung des Landes Hessen, sie hat ihre Tätigkeit im Januar 2012 aufgenommen. Die Stiftung unterstützt bürgerschaftliches Engagement und private Initiativen in Hessen. Ehrenamtliche Beteiligung ist heute wichtiger denn je und trägt dazu bei, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu festigen. Als Anstifter zum Engagement und Motor für Veränderungen leistet „Miteinander in Hessen“ Starthilfe für Projekte, von denen die Gemeinschaft profitiert und stärkt so das Miteinander in Hessen. www.miteinander-in-hessen.de

Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Hessen

Zahlen aus der letzten Stichtagserhebung 2020 zählten 3.756 Menschen innerhalb eines Tages in den Wohnungsnotfallhilfe-Einrichtungen der hessischen Wohlfahrtsverbände. Die Diakonie stellt an 20 Standorten mit insgesamt 85 Diensten und Einrichtungen einen großen Teil der Angebote, dazu gehören Fachberatungsstellen, aber auch Tagesaufenthalte mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und zum Einrichten einer Postadresse, Gelegenheit zum Wäschewaschen, zur Körperpflege oder auch zur Zubereitung von warmen Mahlzeiten. Darüber hinaus gibt es Übernachtungs- und Wohnmöglichkeiten sowie betreutes Wohnen, aufsuchende soziale Arbeit (Streetwork) und an sechs Standorten eine medizinische Erstversorgung. Weitere Informationen zur Wohnungsnotfallhilfe finden Sie hier.

Diakonie Hessen – Werk der Kirche, Mitgliederverband und Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege

Die Diakonie Hessen ist als Werk der Kirche Mitglieder- und Spitzenverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). In den Geschäftsstellen in Frankfurt am Main und Kassel, dem Evangelischen Fröbelseminar, sowie den Evangelischen Freiwilligendiensten arbeiten über 300 Mitarbeitende. Dazu kommen circa 700 Freiwillige, die sich in den verschiedenen Programmen des freiwilligen Engagements einbringen. Dem Vorstand des Landesverbandes gehören Pfarrer Carsten Tag (Vorstandsvorsitzender) und Dr. Harald Clausen an.

Spendenaktion #wärmespenden geht auch 2022-2023 weiter

Für viele ist ein Schlafsack ein Mittel zur Freizeitgestaltung. Ob beim Campen oder als kurzzeitige Übernachtungsmöglichkeit bei Freunden und Bekannten. Nicht so bei wohnungslosen Menschen. Vor allem im Winter sind warme Schlafsäcke auf der Straße überlebenswichtig, wobei pro Person oft mehrere gebraucht werden. Sie gehen kaputt, sind stark verschmutzt oder werden auch mal entwendet. Die Aktion #wärmespenden der Diakonie Hessen und der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“, unterstützt von der Mainova AG und HIT RADIO FFH, hilft hier und versorgt obdachlose Menschen mit winterfesten Schlafsäcken und fördert den Zugang zum Hilfesystem.

#wärmespenden unterstützt seit 5 Jahren wohnungslose Menschen

Der Auftakt der Spendenaktion #wärmespenden fand im Rahmen der Mittagsessensausgabe in der Teestube in Wiesbaden statt. Gemeinsam mit wohnungslosen Menschen nahmen die frühere Fußballnationalspielerin Nia Künzer und Julia Nestle, Moderatorin bei HIT RADIO FFH, beide Botschafterinnen der Aktion #wärmespenden, am Mittagessen teil und kamen mit Betroffenen ins Gespräch. Im Anschluss besichtigten die Botschafterinnen die Räumlichkeiten der Wohnungsnotfallhilfe und informierten sich über die vielfältigen Angebote.

Auf der Straße hält ein Schlafsack keinen Winter lang

Der 33-jährige Jan Schulze war sieben Jahre wohnungslos und lebte auf den Straßen der Landeshauptstadt Wiesbaden. Seit anderthalb Jahren hat er unter Vermittlung der Diakonie eine eigene Wohnung ganz in der Nähe der Teestube. „Ich habe überall in Wiesbaden geschlafen, in Parks, auf Bänken und in Eingängen. Umso dankbarer bin ich, dass ich hier Hilfe gefunden habe und jetzt etwas zurückgeben kann“, so der ehemals wohnungslose Mann, der in der Einrichtung u.a. bei der Essensausgabe hilft. Auch die Spendenaktion #wärmespenden begrüßt er, da immer wieder neue Schlafsäcke benötigt werden. „Und so ein Schlafsack ist da draußen überlebenswichtig“, so Schulze abschließend.

3.500 Menschen leben in Hessen auf der Straße

2020 waren bundesweit ca. 256.000 Menschen (Jahresgesamtzahl) ohne Wohnung. In Hessen gibt es seit 2022 eine landesweite Wohnungsnotfallstatistik: 12.110 Menschen wurden in diesem Jahr in den Unterkünften und Einrichtungen zur Übernachtung gezählt. „Diese Zahl beinhaltet aber nur die Menschen, die auf der Straße leben, nicht die Zahl derer, die bei Freunden oder Bekannten unterkriechen. Hier gehen wir aktuell von etwa 3.500 Menschen aus. Und die Zahl der Menschen in akuter Not wird weiterwachsen, dazu tragen die steigenden Energie- und Lebenshaltungskosten bei“, so Katharina Alborea, Referentin Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Hessen. Der Frauenanteil liegt in den Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe bei 27%. Menschen über 60 Jahren sind bereits mit etwa 10 Prozent vertreten. Meist ist es Armut, verbunden mit schwierigen persönlichen Lebensumständen, die Menschen auf die Straße treibt. Neben der materiellen, gesundheitlichen und psychischen Not leiden sie auch unter sozialer Ausgrenzung und der damit verbundenen Isolation.

Mit der Aktion #wärmespenden wird diese Not etwas gelindert und durch den persönlichen Kontakt der Zugang zum Hilfesystem erleichtert. Das Prinzip der Aktion #wärmespenden ist denkbar einfach: Jede private Spende bis 500 Euro wird durch größere Förderer verdoppelt. Von den Geldern werden winterfeste Schlafsäcke und weitere Soforthilfen wie Isomatten, warme Unterwäsche oder Zelte für Menschen finanziert, die auf der Straße leben. Die Diakonie Hessen und die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ rufen bereits zum fünften Mal die Hess*innen auf, sich an #wärmespenden zu beteiligen.

Die Hilfsaktion von Diakonie Hessen und Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ wird auch in dieser Saison maßgeblich unterstützt von HIT RADIO FFH und Mainova.

Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie unter www.wärmespenden.de.

Ansprechpartnerin:

Katharina Alborea

Referentin Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe

Telefon: 069 7947-6282

Mobil: 0151 18518750

katharina.alborea@diakonie-hessen.de

www.diakonie-hessen.de


BU 1: Nia Künzer (l.) und Julia Nestle (r.). ©Diakonie Hessen/Y. Schöneck

BU 2: Nia Künzer im Gespräch mit Klienten der Teestube Wiesbaden. ©Diakonie Hessen/Y. Schöneck

HINTERGRUND

Landesstiftung „Miteinander in Hessen“

Miteinander in Hessen“ ist eine Stiftung des Landes Hessen, sie hat ihre Tätigkeit im Januar 2012 aufgenommen. Die Stiftung unterstützt bürgerschaftliches Engagement und private Initiativen in Hessen. Ehrenamtliche Beteiligung ist heute wichtiger denn je und trägt dazu bei, den Zusammenhalt der Gesellschaft zu festigen. Als Anstifter zum Engagement und Motor für Veränderungen leistet „Miteinander in Hessen“ Starthilfe für Projekte, von denen die Gemeinschaft profitiert und stärkt so das Miteinander in Hessen. www.miteinander-in-hessen.de

Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Hessen

Zahlen aus der letzten Stichtagserhebung 2020 zählten 3.756 Menschen innerhalb eines Tages in den Wohnungsnotfallhilfe-Einrichtungen der hessischen Wohlfahrtsverbände. Die Diakonie stellt an 20 Standorten mit insgesamt 85 Diensten und Einrichtungen einen großen Teil der Angebote, dazu gehören Fachberatungsstellen, aber auch Tagesaufenthalte mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und zum Einrichten einer Postadresse, Gelegenheit zum Wäschewaschen, zur Körperpflege oder auch zur Zubereitung von warmen Mahlzeiten. Darüber hinaus gibt es Übernachtungs- und Wohnmöglichkeiten sowie betreutes Wohnen, aufsuchende soziale Arbeit (Streetwork) und an sechs Standorten eine medizinische Erstversorgung. Weitere Informationen zur Wohnungsnotfallhilfe finden Sie hier.

Diakonie Hessen – Werk der Kirche, Mitgliederverband und Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege

Die Diakonie Hessen ist als Werk der Kirche Mitglieder- und Spitzenverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW). In den Geschäftsstellen in Frankfurt am Main und Kassel, dem Evangelischen Fröbelseminar, sowie den Evangelischen Freiwilligendiensten arbeiten über 300 Mitarbeitende. Dazu kommen circa 700 Freiwillige, die sich in den verschiedenen Programmen des freiwilligen Engagements einbringen. Dem Vorstand des Landesverbandes gehören Pfarrer Carsten Tag (Vorstandsvorsitzender) und Dr. Harald Clausen an.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration fördert den Dialogprozess, der das Miteinander und den Zusammenhalt der Gesellschaft stärken soll.

Wiesbaden 12. Oktober 2022– Vor allem junge Menschen sind heute mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs: Während sich die einen auf der Suche nach der großen Liebe auf ein Kennenlernen „Schritt für Schritt“ stützen, setzen andere auf Speed-Dating und digitale Medien. Wenn die Geschwindigkeiten so unterschiedlich werden, dass man sich gegenseitig aus den Augen verliert, hat dies Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Hinzukommt, dass wir in herausfordernden Zeiten leben: Corona-Pandemie, Energie-Krise und Klimawandel sind nur einige Stichworte, die uns als Gesellschaft alle bewegen.

In guter Gesellschaft?

Mit der Aktion „Lass mal reden!“ lädt die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ junge Menschen dazu ein, sich in den Dialog einzuklinken und im Idealfall Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Eine zentrale Frage lautet dabei: Befinden wir uns in guter Gesellschaft? Die gesellschaftlichen, sozialen und politischen Herausforderungen in diesen unsicheren Zeiten betreffen vor allem junge Leute, mit denen die Stiftung ins Gespräch kommen möchte. Eine gute Gesellschaft wird von Grundwerten wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität getragen. Wichtig hierfür sind Debatten, Austausch – manchmal Streit – und vor allem neue Ideen.

„Mit dem Projekt „Lass mal reden!“ wollen wir mehr über den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Miteinander in Hessen in Erfahrung bringen und was jungen Menschen bewegt”, so der geschäftsführende Vorstand der Landesstiftung “Miteinander in Hessen”, Prof. Heinz Zielinski zum Start des Projekts.

„Die Beteiligung junger Menschen an Politik und Gesellschaft ist uns besonders wichtig. Dieses neue Projekt trägt zu genau dieser Stärkung bei, indem es Gesprächsmöglichkeiten über das gesellschaftliche Miteinander schafft und die Zukunftsideen der Jugendlichen aufgreift“, erklärte der Hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose.

Jugendliche moderieren Dialogrunden

Im Rahmen des Projekts finden landesweit Gesprächsrunden statt, die von Jugendlichen moderiert werden, die dafür gezielt geschult wurden. Von einer Expertin wurden ihnen im Vorfeld die Grundlagen der Kommunikation sowie verschiedene Moderationstechniken und -methoden nähergebracht. Die Moderations-Teams stehen jetzt bereit, Dialogrunden vor Ort anzuleiten. Interessierte Gruppen und Organisationen, die sich an der Aktion beteiligen möchten, können sich mit der Landesstiftung über die E-Mail-Adresse mitmachen@stiftung-mih.de in Verbindung setzen.

Zusammenhalt – was ist das eigentlich?

Für einen funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenhalt braucht es mündige, informierte und engagierte Bürgerinnen und Bürger, die für sich und die Gesellschaft Verantwortung übernehmen wollen. „‚Lass mal reden!‘ trägt dazu bei, den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch gemeinsame Kommunikation zu stärken und die Ideen Jugendlicher dabei aufzugreifen. „Sie rufen wir dazu auf, sich zu beteiligen“, so Prof. Zielinski und Staatsminister Klose.

Lebendige Gesellschaft bedeutet Wandel

Gesellschaft bedeutet immer wiederkehrende Bewegung und Veränderung. Im Fokus des Projekts stehen wichtige Themen wie Klimawandel und seine Auswirkungen, die immer mehr schwindende Biodiversität und unsere gesellschaftliche Verantwortung und Teilhabe. Wie empfinden junge Leute den gesellschaftlichen Zusammenhalt und welchen Stellenwert hat er für sie? Welche gemeinsamen Werte und Normen lassen sich definieren und wie haben sich diese über die Jahrhunderte verändert? Über dieses Themenspektrum soll ein gesellschaftlicher Diskurs an möglichst vielen Orten in Hessen stattfinden. Letztlich gibt es nach Ansicht der Stiftung „Miteinander in Hessen“ auf die Frage, wie es gelingt, dass wir uns in der Gesellschaft mit anderen wohl fühlen, nur eine Antwort. „Wir müssen trotz aller Unterschiede Gemeinsamkeiten entdecken und spüren, was uns miteinander verbindet. Dazu müssen wir etwas zusammen machen und die Ideen, Vorstellungen und Perspektiven kennen und tolerieren“, erläutert Prof. Zielinski.

Alle können mitreden

Die Ergebnisse und Einblicke aus den hessenweiten Dialogrunden werden im Anschluss qualitativ ausgewertet und die zentralen Inhalte herausgearbeitet. Am Ende sollen diese dann in geeigneter Form an die Öffentlichkeit und die Landespolitik andressiert werden. Die Landesstiftung erhofft sich von „Lass mal reden!“ einen regen Austausch, über den am Ende auch Lösungsansätze kreiert werden können. Initiativen und Organisationen sind eingeladen eigene Dialogrunden zu starten, die dann von der Landesstiftung durch die Übernahme der Moderation und weitere Leistungen unterstützt werden. In diese Einladung sind Menschen mit Migrationsgeschichte, LGBTIQ-Personen, People of Colour und Menschen mit Behinderungen ausdrücklich eingeschlossen.

„Lass mal reden!“ wird vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration mit bis zu 50.000 Euro gefördert und von weiteren Organisationen unterstützt.


Video zum Start von „Lass mal reden!“

www.youtube.com/watch

Anmeldungen und weitere Informationen unter:www.miteinander-in-hessen.de/projekte/lass-mal-reden/

Mit dem Projekt #wärmespenden wohnungslosen Menschen helfen
Nia Künzer besucht die Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werks

Bei dem Wetter dauerhaft draußen schlafen – geht das überhaupt? Das fragte sich auch Nia Künzer bei ihrem Besuch in der Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf. Die ehemalige Fußballspielerin der Frauen-Nationalmannschaft erhielt einen Einblick in die Arbeit der Tagesaufenthaltsstätte für wohnungslose Menschen (TAS) und der Fachberatung Wohnen. Zudem konnte sie sich vor Ort einen Eindruck von dem Containerprojekt verschaffen. Bereits im zweiten Winter stellt das Diakonische Werk wohnungslosen Menschen im Stadtgebiet zwei Schutzcontainer für den Aufenthalt und zum Übernachten zur Verfügung.

Künzer zeigte sich sehr interessiert an der Arbeit des Diakonischen Werks und stellte viele Rückfragen. Vor allem Fußballfans dürfte sie noch mit ihrem „Golden Goal“ gegen Schweden im Finale der Weltmeisterschaft 2003 in Erinnerung sein. Inzwischen arbeitet die Diplom-Pädagogin als Dezernatsleiterin beim Regierungspräsidium Gießen und ist dort unter anderem für die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zuständig. Gemeinsam mit anderen Prominenten unterstützt sie zudem das Projekt „Wärme spenden“ der Diakonie Hessen und der Landesstiftung Miteinander in Hessen. Spenden von Privatpersonen werden verdoppelt um davon winterfeste Schlafsäcke, Isomatten, Zelte oder Gaskocher anzuschaffen. Diese werden an obdachlose Menschen weitergegeben.

Die Diakonie Hessen verdeutlicht, dass gerade bei dieser Witterung ein winterfester Schlafsack überlebenswichtig sein kann. Einen solchen Schlafsack überreichte Künzer symbolisch bei ihrem Besuch in Marburg an Gaby Jürgen, die dienstälteste Mitarbeiterin der TAS.

Gemeinsam mit Sozialarbeiter Alexander Becker konnte die ehemalige Profi-Kickerin die Container besichtigen. „Es ist eine niedrigschwellige Möglichkeit, um nicht auf der Straße schlafen zu müssen“, erläuterte Becker das Konzept der Schutzräume, die sich abschließen und heizen lassen. Die beiden Container seien dauerhaft von unterschiedlichen Personen belegt. Er verdeutlichte, wie wichtig ein solcher Zufluchtsort ist, um sich von dem anstrengenden Leben auf der Straße zu erholen. Wenn die Menschen auf diesem Weg erstmal den Zugang zum Hilfeangebot des Diakonischen Werks hätten, könnten sich nach einer Phase der Stabilisierung mitunter nochmal neue Möglichkeiten eröffnen. Nia Künzer fragte sich bei dem Besuch, wie es den Menschen möglich ist, bei diesen Temperaturen dauerhaft auf der Straße zu leben und zu schlafen: „Wir stehen hier seit einer halben Stunde und sind durchgefroren. Wenn ich mir vorstelle, bei diesem nasskalten, windigen Wetter den ganzen Tag draußen sein zu müssen. Kann man da überhaupt an Schlaf denken?“

Die Corona-Pandemie erschwert die Lebenssituation wohnungsloser Menschen noch einmal erheblich. Das zeigte Fachbereichsleiter Helmut Kretz auch am Angebot der TAS auf. Mahlzeiten können lediglich in einem Außenzelt eingenommen werden, welches mit Heizstrahlern und zwei Luftentkeimern ausgestattet ist. Lediglich sechs Besucher an Einzeltischen dürfen sich gleichzeitig im Zelt aufhalten. Daher werden 20-minütige Zeitfenster zum Essen ausgegeben. Für die Mitarbeitenden bedeutet das einen erheblich höheren Arbeitsaufwand. Dennoch möchten sie gerade ein grundlegendes Angebot wie eine warme Mahlzeit täglich für die wohnungslosen Menschen bereithalten. Toilette, Dusche, Waschmaschine und die Kleiderausgabe können weiterhin unter Einhalten der entsprechenden Hygieneregeln genutzt werden. Der prominente Gast zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Mitarbeitenden. Klar war am Ende des Tages: Der Bedarf ist vorhanden, wie die Besucherzahlen der TAS und der Fachberatung Wohnen zeigen.

Foto © Y. Schöneck, Diakonie Hessen

Erfahrungsaustausch mit Sozialmediziner Gerhard Trabert und Botschafterin Nia Künzer zum Saisonabschluss von #wärmespenden

Spendenergebnis 140.000 Euro: Diakonie Hessen und Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ ziehen positive Bilanz „

Viele Obdachlose berichten mir, dass sie gar nicht mehr in den Schlafsack reingehen, sondern ihn nur benutzen, um sich zuzudecken. Denn die Gewalt ihnen gegenüber nimmt zu, dass sie geschlagen werden und auf sie uriniert wird. Um dann schnell fliehen zu können, legen sie sich schon gar nicht mehr in den Schlafsack rein. Dass sie so diffamiert werden, als die ‚Asozialen‘ und dann noch diese Gewalt erfahren, ist auch ein wichtiges Thema. Kälte, Gewalt, kein Wohnraum – Obdachlose sind Menschen, die besonders unter der Entwicklung in unserem Land leiden“, so schildert der Sozialmediziner Gerhard Trabert seine Erfahrungen aus seiner Arbeit mit Menschen, die auf der Straße leben. Die Initiatoren von #wärmespenden, Diakonie Hessen und Landesstiftung „Miteinander in Hessen“, hatten den Arzt aus Mainz zusammen mit #wärmespenden-Botschafterin Nia Künzer und weiteren Gästen zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. Moderiert wurde die Runde zum Saisonabschluss der Spendenaktion #wärmespenden von HIT RADIO FFH-Moderatorin Julia Nestle.

„Die soziale Ungleichheit in Deutschland macht es nötig, dass wir mit vereinten Kräften auf die Situation von wohnungslosen Menschen aufmerksam machen“, betonte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen, Carsten Tag, im Rahmen der Gesprächsrunde.Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Leben derMenschen, u.a. durch den starken Anstieg der Energiepreise und der Lebenshaltungskosten, werden nach Einschätzung von Carsten Tag die soziale Ungleichheit und die Not vieler Menschen weiter verschärfen.

„Letzten Endes geht es auch um die Frage, wie viel Geld sind wir bereit, in das Sozial- und Gesundheitssystem zu stecken. Aus Studien heraus wissen wir: Jeder Euro, den wir in den Sozialbereich investieren, macht sich mehrfach bezahlt, da Folgekosten nicht entstehen.Auch unabhängig von ethischen Gesichtspunkten ist es rein ökonomisch geboten, hier mehr zu investieren und mehr Kapital in die Hand zu nehmen. Am Ende bedarf es auch der Hauptamtlichen sowie eines ausgebauten Beratungsstellensystems: Hier sind wir aktuell auf Kante genäht und benötigen dringend Unterstützung, um dazu beizutragen, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern auch von vornherein zu verhindern, dass Menschen in solche Notlagen geraten“, sagte Carsten Tag in Offenbach.

Die ehemalige Fußballnationalspielerin Nia Künzer hatte über ihr Engagement als Botschafterin für #wärmespenden auch Gelegenheit direkt mit wohnungslosen Menschen in Kontakt zu treten. Während des Gesprächs zeigte sie sich nun besonders beeindruckt von der Begegnung Anfang Februar mit einer Frau, die bis vor kurzem noch auf der Straße bzw. in einem Gebüsch gelebt hatte und die jetzt in einem kleinen Wohncontainer untergebracht wurde. „Es war sehr nass-kalt an diesem Tag, von daher ist es nicht vorstellbar für mich,draußen zu übernachten, zu überleben. Ich könnte mir vorstellen, dass es für alle sehr schwierig ist, draußen zu überleben, aber natürlich als Frau noch mal schwieriger, da die Angst vor Übergriffen und Gewalt eine größere Rolle spielt“, sagte Künzer.

#wärmespenden ist ein großer Erfolg
In einer Zeit, in der es nichts anderes als schlechte Nachrichten zu geben scheint, setzt#wärmespenden ein positives Zeichen. Die Spenden von über 800 Menschen haben erneut zu einem großartigen Ergebnis geführt. Mit 140.000 Euro ist eine Punktlandung auf dem Vorjahresergebnis gelungen. #wärmespenden hat in den Wintermonaten erneut an vielen Orten in Hessen geholfen und Soforthilfe geleistet. Die Aktion sorgt vor allem dafür, dass Menschen, die auf der Straße leben und denen es am Nötigsten fehlt, nicht erfrieren. Dabei können sich die Initiatoren auf eine große Resonanz und Solidarität in Hessen verlassen. Die Aktion fand bereits zum vierten Mal statt.

Nicht wegschauen, sondern im Notfall erste Hilfe leisten
„Die starke Resonanz auf #wärmespenden verdeutlicht, dass den Hessinnen und Hessen das Schicksal wohnungsloser Menschen nicht gleichgültig ist“, betonte der Geschäftsführende Vorstand der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“, Heinz Zielinski. „Dank der großen Unterstützung konnten wir Menschen, die auf der Straße leben,unkompliziert helfen und damit das Miteinander in Hessen stärken. Trotz eigener Sorgen und Nöte, die die Menschen in Zeiten von Krieg und Corona belasten, haben die Hessinnen und Hessen den Obdachlosen zur Seite gestanden. Dafür danken wir allen von Herzen.“

Das Allerschlimmste ist Menschen zu ignorieren
Auf die Frage, wie wir alle im Alltag wohnungslosen Menschen das Leben erleichtern könnten, rät Stefan Gillich, Leiter der Spendenaktion #wärmespenden und bei der Diakonie Hessen zuständig für Wohnungsnotfallhilfe: „Von ganz vielen Betroffenen habe ich die Rückmeldung bekommen, dass es für sie das Schlimmste ist, da zu sitzen und von allen Passanten ignoriert zu werden. Wenn ich nicht anders kann oder will, sollte das Mindeste ein freundliches ‚Guten Tag‘ sein. Ich glaube diese Ignoranz ist das Schwierigste“, so Gillich.

Die Not wird von Jahr zu Jahr größer, und Corona verschärft die Situation zusätzlich. Das Leben auf der Straße hinterlässt seine Spuren. Die meisten wohnungslosen Menschen sind durch Vorerkrankungen geschwächt und besonders anfällig für Infektionen. Diese Not gilt es zu mildern. Das Prinzip der Aktion #wärmespenden ist denkbar einfach: Jede Privatspende bis 500 Euro wird von Firmen und Stiftungen im Rahmen eines so genannten Matching Fund verdoppelt. Von den Geldern werden winterfeste Schlafsäcke und weitere Soforthilfen wie Isomatten, Gaskocher oder Zelte für Menschen finanziert, die auf der Straße leben.

Gemeinsam stark: Engagierte Bürger*innen, Prominente und Firmen
*Für ihr Anliegen hatten die Initiatoren auch in der Saison 2021/22 prominente Unterstützungan ihrer Seite, neben Werbevermarkter Ströer, Energieversorger Mainova und dem Medienpartner HIT RADIO FFH machten sich die Schriftstellerin Nele Neuhaus, die FFH-Moderatorin Julia Nestle, der Fußball-Nationalspieler Emre Can und der Musikproduzent Moses Pelham als Botschafter*in für #wärmespenden stark. Für die Werbeaktivitäten werdenkeine Spendengelder aufgewendet; alle Gelder fließen zu 100 Prozent in die Finanzierung der Soforthilfen.

Link zum Abschlussgespräch #wärmespenden 2022 auf Youtube: www.youtube.com/watch

Hintergrund

Immer mehr Obdachlose in Hessen
Die Diakonie Hessen hat zusammen mit den anderen hessischen Wohlfahrtsverbänden2020 Alarm geschlagen: die Zahl der wohnungslosen Menschen steigt weiter an. Dies geht aus der „Liga-Stichtagserhebung Wohnungsnotfallhilfe 2020“ hervor. Die Daten wurden Ende Februar 2020 erhoben, kurz vor Beginn der Corona-Einschränkungen. Angesichts der Corona-Folgen befürchten die Verbände, dass durch Einnahme- und Jobverluste, Überschuldungen, persönliche Krisen und Mietzahlungsschwierigkeiten die Anzahl wohnungsloser Menschen weiter zunimmt. Während des Stichtags hatten die Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe in Hessen Kontakt zu knapp 3.500 Menschen. Nach Einschätzung der Diakonie Hessen liegt die Gesamtzahl wohnungsloser Menschen in Hessen jedoch deutlich höher. Die Expert*innen rechnen zudem durch die Corona-Krise mit einem zusätzlichen Anstieg an wohnungslosen Menschen, die auf der Straße leben.

Landesstiftung „Miteinander in Hessen“
Die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ ist eine Stiftung öffentlichen Rechts. Sie fördert das bürgerschaftliche Engagement der Menschen in Hessen, indem sie Institutionen und private Initiativen unbürokratisch unterstützt und so das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen und den Zusammenhalt der Gesellschaft stärkt.

Wohnungsnotfallhilfe Diakonie Hessen
Die Mitarbeitenden in den 85 Diensten und Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Hessen unterstützen jährlich Ratsuchende in etwa 40.000 Beratungsgesprächen. An 20 verschiedenen Standorten gab es 2019 rund 250.000 Besuche und Kontakte mit wohnungslosen Menschen in den Einrichtungen und Diensten der Diakonie Hessen. Dazu gehören Fachberatungsstellen, aber auch Tagesaufenthalte mit Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, Einrichten einer Postadresse, Gelegenheit zum Wäschewaschen, zur Körperpflege oder auch zur Zubereitung von warmen Mahlzeiten. Darüber hinaus bieten Einrichtungen Übernachtungs- und Wohnmöglichkeiten oder betreutes Wohnen an. Zudem gibt es Streetwork und an sechs Standorten eine medizinische Erstversorgung.

Foto: © Diakonie Hessen / Schöneck

Spendenaktion #wärmespenden sorgt für Schlafsäcke als Soforthilfe

Die Hilfsaktion von Diakonie Hessen und Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ wird in der neuen Saison maßgeblich unterstützt von Ströer, Mainova und HIT RADIO FFH

Frankfurt/Wiesbaden – Menschen, die auf der Straße leben, dazu zu bewegen in einem Mehrbettzimmer zu übernachten, war schon immer schwer. Viele wohnungslose Menschen halten es zusammen mit anderen nicht aus, wenn sie auf engstem Raum untergebracht werden, fürchten Streit,
Diebstahl oder persönliche Einschränkungen. Jetzt, da in den Unterkünften auch noch Ansteckungsgefahr durch Corona herrscht, nimmt der Anteil derer zu, die auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt im Freien nächtigen. „Genau in dieser Situation kann ein winterfester Schlafsack
überlebenswichtig sein“, betont Stefan Gillich, Abteilungsleiter bei der Diakonie Hessen und zuständig für die Wohnungsnothilfe. „Wir rufen daher mit der Aktion #wärmespenden dieses Jahr wieder zu Spenden und Unterstützung auf. Damit wollen wir Menschen in akuter Not mit
Soforthilfen versorgen und den Weg in das Hilfesystem aufzeigen.“ Im letzten Winter wurden über #wärmespenden rund 1.200 Schlafsäcke ausgegeben. „So viel wie nie zuvor. Die Not wird von Jahr zu Jahr größer, und Corona verschärft die Situation zusätzlich. Das Leben auf der
Straße hinterlässt seine Spuren. Die meisten wohnungslosen Menschen sind durch Vorerkrankungen geschwächt und besonders anfällig für Infektionen“, erläutert Gillich.

Diese Not gilt es zu mildern. Das Prinzip der Aktion #wärmespenden ist denkbar einfach: Jede private Spende bis 500 Euro wird verdoppelt. Von den Geldern werden winterfeste Schlafsäcke und weitere Soforthilfen wie Isomatten, Gaskocher oder Zelte für Menschen finanziert, die auf der
Straße leben. Die Diakonie Hessen und die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ rufen bereits zum vierten Mal die Hess*innen auf, sich an #wärmespenden zu beteiligen. Helfen Sie Jetzt!

Prof. Dr. Heinz Zielinski, Landesstiftung „Miteinander in Hessen“: Alle können bei #wärmespenden mitmachen“
Jede und jeder kann Wärme spenden und bei #wärmespenden mitmachen. Durch die Verdoppelung der privaten Spenden wird das Engagement zusätzlich
verstärkt“, erläutert Prof. Dr. Heinz Zielinski, Vorstandsmitglied der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“. „#wärmespenden ist keine reine Spendenaktion. Wir wollen auf die Situation von Obdachlosen aufmerksam machen und die Menschen dafür gewinnen, im Notfall
Erste Hilfe zu leisten oder Hilfe, wie den Kältebus, zu verständigen. In Hessen soll niemand erfrieren“, so Zielinski.

Julia Nestle, Moses Pelham, Nele Neuhaus, Emre Can u.v.m. rufen zu Spenden auf
Für ihr Anliegen erhalten die Initiatoren erneut prominente Unterstützung, neben Werbevermarkter Ströer, Energieversorger Mainova und dem Medienpartner HIT RADIO FFH machen sich die
Schriftstellerin Nele Neuhaus, die FFH-Moderatorin Julia Nestle, der Fußball-Nationalspieler Emre Can und der Musikproduzent Moses Pelham als Botschafter*in für #wärmespenden stark. Ab Dezember machen Großflächenplakate und Werbeflächen in Bahnhöfen und U-Bahn-Stationen in allen größeren
Städten in Hessen sowie eine reichenweitenstarke Radiokampagne auf die Aktion aufmerksam. Ermöglicht werden die Werbemaßnahmen durch die Unterstützung von Ströer, Mainova sowie HIT RADIO FFH. So werden für die Werbeaktivitäten keine Spendengelder aufgewendet; alle Gelder fließen zu 100
Prozent in die Finanzierung der Soforthilfen.

Alexander Stotz, Ströer: #wärmespenden ist gesellschaftspolitische Verantwortung“
Ströer ist sich seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst. Wir möchten mit unseren Mitteln helfen und unterstützen die Aktion deshalb umfänglich mit einer reichweitenstarken
Plakatierung in Hessen. Wir schaffen damit eine flächendeckende Aufmerksamkeit und hoffen, etwas in dieser herausfordernden Zeit für die Menschen in Not bewegen zu können“, sagt Alexander Stotz, CEO Ströer Media Deutschland GmbH.

Dr. Constantin Alsheimer, Mainova AG: Zusammenhalt in diesen schwierigen Zeiten besonders wichtig
Mainova ist für die Menschen in Frankfurt und in Hessen ein zuverlässiger Energieversorger und engagiert sich darüber hinaus seit Jahren für den Zusammenhalt in der Gesellschaft.
Hilfe für Obdachlose ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Als Hessens führender Energiedienstleister engagiert sich Mainova für die Menschen in unserer Region. Deswegen unterstützen wir die Aktion #wärmespenden der Diakonie Hessen und der Landesstiftung ‚Miteinander in
Hessen‘. Denn der Zusammenhalt in der Gesellschaft ist in diesen schwierigen Zeiten besonders wichtig“, betont Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Mainova AG.

Julia Nestle, HIT RADIO FFH: Radiosender begleitet die Spendenaktion
Die Aktion verdeutlicht, dass jeder und jede etwas bewegen kann. „Obdachlosigkeit ist ein stetig wachsendes und gesamtgesellschaftliches Problem, das vor allem in der kalten Jahreszeit für die
Betroffenen lebensbedrohlich wird. In meiner Heimatstadt Frankfurt erlebe ich diesen Kampf gegen die Kälte auf den Straßen jeden Tag. Ich möchte helfen und gemeinsam mit Ihnen #wärmespenden und damit Leben retten.“ sagt Radiomoderatorin und #wärmespenden-Botschafterin Julia Nestle
von HIT RADIO FFH. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten haben sich bereits in den letzten Jahren für die Aktion stark gemacht und unterstütze #wärmespenden weiterhin, u.a. Lottofee Franziska Reichenbacher, die Schauspielerin Ulrike Folkerts, der ehem. Fußball-Nationaltrainer Rudi
Völler, Radrennprofi John Degenkolb, Komiker Bodo Bach, der Kabarettist Urban Priol und der Chef der Staatskanzlei, Axel Wintermeyer.

HINTERGRUND

Immer mehr wohnungslose Menschen in Hessen
Die Diakonie Hessen hat zusammen mit den anderen hessischen Wohlfahrtsverbänden in der Liga Hessen im Februar 2020, kurz vor Beginn der Corona-Einschränkungen die „Liga-Stichtagserhebung Wohnungsnotfallhilfe 2020“
durchgeführt. Eine offizielle Erfassung seitens des Landes Hessen gibt es bisher nicht. Während des Stichtags hatten die Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe in Hessen Kontakt zu knapp 3.500 Menschen. Nach Einschätzung der Diakonie Hessen liegt die Gesamtzahl wohnungsloser Menschen in
Hessen jedoch deutlich höher. Angesichts der Corona-Folgen befürchten die Verbände, dass durch Einnahme- und Jobverluste, Überschuldungen, persönliche Krisen und Mietzahlungsschwierigkeiten die Anzahl wohnungsloser Menschen weiter zunimmt.

Landesstiftung „Miteinander in Hessen“
Die Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ ist eine Stiftung öffentlichen Rechts. Sie fördert das bürgerschaftliche Engagement der Menschen in Hessen, indem sie Institutionen und private Initiativen unbürokratisch
unterstützt und so das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen und den Zusammenhalt der Gesellschaft stärkt.

Wohnungsnotfallhilfe Diakonie Hessen
Die Mitarbeitenden in den 85 Diensten und Einrichtungen der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie Hessen unterstützen
jährlich Ratsuchende in etwa 40.000 Beratungsgesprächen. An 20 verschiedenen Standorten gab es 2019 rund 250.000 Besuche und Kontakte mit wohnungslosen Menschen in den Einrichtungen und Diensten der Diakonie Hessen. Dazu gehören Fachberatungsstellen, aber auch Tagesaufenthalte mit
Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, Einrichten einer Postadresse, Gelegenheit zum Wäschewaschen, zur Körperpflege oder auch zur Zubereitung von warmen Mahlzeiten. Darüber hinaus bieten Einrichtungen Übernachtungs- und Wohnmöglichkeiten oder betreutes Wohnen an. Zudem gibt es Streetwork
und an sechs Standorten eine medizinische Erstversorgung.

Diakonie Hessen – Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege
Die Diakonie Hessen ist als Werk der Kirche Mitglieder-, Spitzen- und Trägerverband für das evangelische Sozial- und Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der
Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW).

Projekte in Mücke, Burghaun, Münzenberg und Niedenstein erhalten Starthilfe des Landes

Staatsminister Axel Wintermeyer: „Wir sorgen für ein gutes Fundament“

Wiesbaden. Das Modellvorhaben „Alter Treffpunkt – neuer Anstrich: Starthilfe für kreative Köpfe“ hat einen Nerv getroffen. Rund 40 Initiativen haben sich innerhalb kürzester Zeit für das Programm der Hessischen Staatskanzlei und der Landesstiftung „Miteinander in
Hessen“ beworben. Ziel ist es, alten Treffpunkten in ländlichen Regionen neues Leben einzuhauchen. Vier Projekte aus Burghaun-Langenschwarz (Landkreis Fulda), Mücke-Ilsdorf (Vogelsbergkreis), Münzenberg-Gambach (Wetteraukreis) und Niedenstein (Schwalm-Eder-Kreis) wurden ausgewählt,
die sich nun mit fachlicher Begleitung umgehend an die Arbeit machen.

„Viele Initiativen und Vereine sind sehr engagiert und haben tolle Ideen für Projekte, sind aber unsicher bei der Umsetzung. Wenn diese Aktivitäten ins Leere laufen und Erfolge ausbleiben, sind die Engagierten oft enttäuscht“, erklärte der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister
Axel Wintermeyer. „Genau das gilt es zu vermeiden. Mit dem Starthilfeprogramm „Alter Treffpunkt – neuer Anstrich“ sorgen wir bereits in der Planungsphase für ein gutes Fundament. Wir stellen den Initiativen mehrere Monate lang Expertinnen und Experten und weiteres Know-how
zur Seite, um ihr Projekt professionell auf die Schiene zu setzen. Hierzu gehören auch ein solider Finanzierungsplan und das Ausloten entsprechender Fördermöglichkeiten“, sagte Wintermeyer, der Vorsitzender des Stiftungsrates der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ ist.

Dorfgemeinschaftshäuser und Bürgerhäuser sind Treffpunkte, die vor allem in den 50er Jahren errichtet wurden. Noch heute gibt es in Hessen rund 1.500 von ihnen. Früher waren sie mit modernen Bade- und Fernsehräumen oder Gemeinschaftsgefrieranlagen ausgestattet. Heute können viele einen
neuen Anstrich vertragen.

In der Altstadt von Niedenstein steht die Gefrieranlage schon seit längerem leer. Der Magistrat der Stadt plant unter anderem mit Unterstützung des Ortsbeirats, das Gebäude regionalen Erzeugerinnen und Erzeugern zur Verfügung zu stellen, die ihre Produkte vor Ort präsentieren
können. Außerdem sollen die Räumlichkeiten für Kochabende und zur Integrationsarbeit genutzt werden. Die Kommune kann dieses Projekt für einen neuen Anlauf- und Treffpunkt nun mit Hilfe des Programms „Alter Treffpunkt – neuer Anstrich“ und mit Beteiligung der Bürgerinnen und
Bürger in Angriff nehmen.

Mücke-Ilsdorf ist ein Ortsteil mit rund 200 Einwohnerinnen und Einwohnern. Aktuell gibt es im Dorf keine Gaststätte oder ein Café. In der Bevölkerung besteht daher der Wunsch nach einem Mehrgenerationentreffpunkt, der Vernetzung und Integration junger Familien und Zugewanderter
fördert. Das Dorfgemeinschaftshaus ist ungenutzt. Junge Familien, die in den letzten Jahren zugezogen sind, wollen das Gebäude gemeinsam mit den Alteingesessenen zu einer lebendigen Begegnungsstätte mit kulturellem Angebot entwickeln, um damit das Miteinander in der Gemeinde zu stärken.

In Münzenberg-Gambach haben engagierte Frauen den Verein „Nebenan – Das Kulturcafé Gambach“ gegründet, um die Stadt mit kulturellen und künstlerischen Angeboten und einer generationsübergreifenden Begegnungsstätte zu bereichern. Die Förderung von Kunst, Kultur und
Kommunikation, von Heimatpflege und Heimatkunde sowie des bürgerschaftlichen Engagements definieren das Ziel des Vereins. Mit viel Schwung und frischem Wind soll nun ein Gebäude samt Schuppen ausgebaut werden. Ein Treffpunkt, der später auch von anderen Vereinen genutzt werden kann und
soll.In Burghaun-Langenschwarz gibt es außerhalb des Vereinslebens keine sozialen Treffpunkte mehr. Eine örtliche Infrastruktur mit Einzelhandel, Gastronomie, Tankstelle und Bank ist nicht mehr vorhanden. Mithilfe des Starthilfe-Projektes will der Bürgermeister von Burghaun gemeinsam mit
dem Ortsbeirat ein neues Konzept für das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) entwickeln. Die ursprüngliche Planung stammt aus den 60er Jahren und ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Jetzt soll das Gebäude mit pfiffigen Ideen wieder attraktiver gemacht und damit neu belebt werden.

Dr. Johanna Höhl-Müller, Vorstandsmitglied der Landesstiftung „Miteinander in Hessen, hat das Auswahlverfahren aktiv begleitet. Sie freut sich, dass die Projekte nun mit professioneller Hilfe starten können. „Orte der Begegnung fördern den Zusammenhalt und stärken das
Gemeinschaftsgefühl. Für den Erhalt einer aktiven Zivilgesellschaft sind sie unersetzlich“, sagte sie.

Viele ländliche Gemeinden haben eine neue Wertschätzung als Wohn- und Arbeitsorte erfahren. Die Möglichkeit zum Homeoffice, der Wunsch nach mehr Platz, Natur und einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhalt sind Gründe dafür, dass junge Familien aus der Stadt ins Umland ziehen. Corona
hat diesen Trend beschleunigt. „Das Leben auf dem Land wird zunehmend beliebter. Wir als Hessische Landesregierung begleiten und gestalten diesen Wandel, indem wir für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land sorgen. Unser Programm ist ein weiterer Baustein für die
Weiterentwicklung der ländlichen Regionen“, so Wintermeyer abschließend.